Ulrike Rodust

Für Schleswig-Holstein in Europa

5. November 2013

Europäisches Parlament/Fischerei/Pressemitteilung
Fischerei-Ausschuss des Europaparlaments verpasst Chance auf Verbot umweltschädlicher Grundschleppnetze

Fischschwarm | William Warby - CC BY 2.0

Der Fische­rei­aus­schuss des Euro­päi­schen Par­la­ments hat am Mon­tag­abend die Mög­lich­keit ver­strei­chen las­sen, ein deut­li­ches Signal zum Schutz der Tief­see zu sen­den. „Es ist zwar gut, dass wir einen Kom­pro­miss zur Tief­see-Fische­rei­ver­ord­nung gefun­den haben, um end­lich mit den über­fäl­li­gen Refor­men begin­nen zu kön­nen. Aller­dings blei­ben wir immer noch hin­ter unse­rem Ziel zurück, die Tief­see­ar­ten und –Öko­sys­te­me end­lich nach­hal­tig zu schüt­zen“, bedau­ert die Fische­rei­ex­per­tin der deut­schen Sozi­al­de­mo­kra­ten im Euro­päi­schen Par­la­ment, Ulri­ke Rodust.

Die Fische­rei­tä­tig­keit der Euro­päi­schen Tief­see­flot­te müs­se drin­gend neu regu­liert wer­den, um die Über­fi­schung zahl­rei­cher Tief­see­be­stän­de und die Zer­stö­rung die­ses emp­find­li­chen Lebens­raums zu been­den, erläu­tert Ulri­ke Rodust: „Der im Fische­rei­aus­schuss ver­ab­schie­de­te Kom­pro­miss ist ein wich­ti­ger ers­ter Schritt, aber er lässt sich für die nöti­gen Refor­men für mei­nen Geschmack zu viel Zeit: die meis­ten Tief­see­ar­ten sind noch anfäl­li­ger für Über­fi­schung als ande­re Arten, da sie län­ger leben, lang­sa­mer wach­sen, spä­ter geschlechts­reif wer­den und weni­ger Jung­tie­re her­vor­brin­gen. Hier dro­hen irrever­si­ble Schä­den, wenn wir nicht schnell han­deln.“

Schnellst­mög­lich zu ver­ban­nen sei­en vor allem die der­zeit ein­ge­setz­ten Grund­schlepp­net­ze, die enor­me Aus­wir­kun­gen auf die emp­find­li­chen Öko­sys­te­me der Tief­see hät­ten, betont die SPD-Fische­rei­ex­per­tin. „Die Schä­den die wir mit die­ser Art der Fische­rei anrich­ten, ste­hen in kei­nem Ver­hält­nis zu dem erhoff­ten Ertrag: Häu­fig ist Schlepp­netz­fi­sche­rei nicht ein­mal pro­fi­ta­bel, nicht zuletzt wegen des immensen Sprit­ver­brauchs“, erklärt Ulri­ke Rodust. „Wenn wir es über­haupt wagen, in die­sem immer noch nicht aus­rei­chend erforsch­ten Lebens­raum Fische­rei zuzu­las­sen, dann muss das selek­ti­ver gesche­hen, das Vor­sor­ge­prin­zip beach­tet wer­den und sicher­stellt wer­den, dass die durch Fang­ge­rä­te ver­ur­sach­ten Schä­den an den emp­find­li­chen Öko­sys­te­men auf das abso­lu­te Mini­mum redu­ziert wer­den. Alles ande­re wäre unver­ant­wort­li­ches Fischen im Trü­ben“, so Ulri­ke Rodust.

 

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