Ulrike Rodust

Für Schleswig-Holstein in Europa

7. Mai 2015

Fischerei/Pressemitteilung
Illegale Fischerei stoppen

Die ille­ga­le, nicht gemel­de­te und unre­gu­lier­te Fische­rei (IUU-Fische­rei) rich­tet erheb­li­che Schä­den an den mari­nen Lebens­räu­men an. Sie ver­hin­dert die nach­hal­ti­ge Bewirt­schaf­tung der Fisch­be­stän­de und kos­tet die Welt­wirt­schaft meh­re­re Mil­li­ar­den Euro jähr­lich. Das wur­de bei einem Exper­ten­ge­spräch deut­lich, das auf Initia­ti­ve der schles­wig-hol­stei­ni­schen SPD-Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ten Ulri­ke Rodust am Mitt­woch in Brüs­sel statt fand.

Für die fische­rei­po­li­ti­sche Koor­di­na­to­rin der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Frak­ti­on im Euro­päi­schen Par­la­ment ist der welt­wei­te Kampf gegen IUU-Fische­rei eine der zen­tra­len Her­aus­for­de­run­gen euro­päi­scher Fische­rei­po­li­tik: „Für ehr­li­che Fischer schafft die IUU-Fische­rei unfai­re Wett­be­werbs­be­din­gun­gen und bedeu­tet eine Gefähr­dung ihrer Erwerbs­grund­la­ge. Sie ver­zerrt die wis­sen­schaft­li­che Bewer­tungs­grund­la­ge für die Bestim­mung von Fang­mög­lich­kei­ten der EU-Flot­te in Dritt­staa­ten und ins­be­son­de­re in ärme­ren Küs­ten­staa­ten bedroht sie die Ernäh­rungs­si­cher­heit“, erläu­tert Rodust.

Rodust ist es wich­tig, ille­ga­le Fische­rei nicht nur als Umwelt­kri­mi­na­li­tät anzu­se­hen und auch im Euro­päi­schen Par­la­ment aus­schuss­über­grei­fend zu bear­bei­ten: „Die IUU-Fische­rei ent­zieht sich jeg­li­chem inter­na­tio­na­lem Arbeits- und Men­schen­recht – immer wie­der kommt es auf IUU-Schif­fen zu Fäl­len von Zwangs­ar­beit.“. Ihr Frak­ti­ons­kol­le­ge, der Ent­wick­lungs­po­li­ti­ker Arne Lietz teilt die­se Mei­nung:  „Die ille­ga­le Über­fi­schung vor den afri­ka­ni­schen Küs­ten führt sowohl zur Lebens­mit­tel­knapp­heit, als auch zur Arbeits­lo­sig­keit in der Fische­rei und dem wei­ter­ver­ar­bei­ten­den Sek­tor vor Ort. Sie trägt damit dazu bei, dass sich vie­le Men­schen aus den Regio­nen aus Per­spek­tiv­lo­sig­keit auf den Weg nach Euro­pa machen und mit unter den zu bekla­gen­den Opfern im Mit­tel­meer sind.“

Die Bekämp­fung der ille­ga­len Fische­rei muss des­halb Bestand­teil aller Fische­rei­part­ner­schafts­ab­kom­men, aller Han­dels­po­li­ti­schen Ver­ein­ba­run­gen und der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit sein, sind sich Rodust und Lietz einig.

Die EU-Kom­mis­si­on geht davon aus, dass fast ein Fünf­tel des welt­wei­ten Fisch­fangs auf ille­ga­le Fische­rei zurück­geht. Als welt­weit größ­ter Markt für Fische­rei­er­zeug­nis­se hat die EU eine beson­de­re Ver­ant­wor­tung, sich ent­schlos­sen gegen ille­ga­le Fische­rei zu stel­len, wie Rodust betont: „Die EU impor­tiert bis zu 60 Pro­zent ihrer Fische­rei­pro­duk­te, des­halb haben wir uns bei der Fische­rei­re­form, die seit dem ver­gan­gen Jahr in Kraft ist, auch ver­pflich­tet, welt­weit für eine nach­hal­ti­ge Fische­rei ein­zu­tre­ten und ver­stärkt gegen IUU vor­zu­ge­hen.“

Rodust und Lietz for­dern des­halb, die seit 2010 gel­ten­de IUU-Ver­ord­nung der EU umzu­set­zen und zu schau­en, ob die Mit­glied­staa­ten hier ihren Ver­pflich­tun­gen nach­kom­men. „Außer­dem müs­sen wir erfas­sen, in wie­weit Über­wa­chungs-, Inspek­ti­ons- und Durch­set­zungs­re­ge­lun­gen für die Bekämp­fung von IUU-Fang­tä­tig­kei­ten ver­schärft wer­den müs­sen.“

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