Ulrike Rodust

Für Schleswig-Holstein in Europa

15. September 2016

Fischerei/Pressemitteilung
Bericht zur Nordseefischerei: Entscheidender Praxistest für Fischereireform

Ulrike Rodust ist am Mittwochnachmittag in Straßburg zur Berichterstatterin für den Mehrjahresplan zur Fischerei in der Nordsee ernannt worden. Die schleswig-holsteinische SPD-Europaabgeordnete ist damit seitens des Europäischen Parlaments federführend verantwortlich für den ersten umfassenden Plan für dieses Meeresbecken.

„Mit dem Nordseemanagementplan steht die reformierte Fischereipolitik vor einem entscheidenden Praxistest, denn die Fischereien in der Nordsee sind sehr komplex“, erläutert Rodust. So nutzten die Schiffe unterschiedliche Fanggeräte um damit eine Mischung verschiedener Arten, wie Kabeljau und Schellfisch, Scholle und Seezunge zu fangen. „Der neue Mehrartenplan soll die Wechselwirkungen in gemischten Fischereien berücksichtigen und als langfristig angelegter Mehrjahresplan sowohl den Erhaltungszustand von Beständen verbessern als auch den Fischern mehr Planungssicherheit ermöglichen“, so Rodust.

Auch wirtschaftlich und politisch sei der Managementplan eine Herausforderung betont Rodust: „Die neu zu regelnde Fischerei auf Grundfischarten in der Nordsee macht mehr als 70 Prozent des gesamten Fischereisektors aus – mit einem Anlandewert von mehr als 850 Millionen Euro. Der Mehrjahresplan für die Nordsee betrifft sieben große EU-Fischereinationen plus Norwegen. Dass zu den Mitgliedsstaaten, deren Fischereien betroffen sind, auch Großbritannien zählt, gibt dem Plan angesichts des Brexit-Votums noch zusätzliche Brisanz.“

Mit dem Bericht zum Nordseemanagementplan reagiert das Europäische Parlament auf einen Vorschlag, den die Kommission Anfang August 2016 vorgelegt hat. Der nun zu verhandelnde Plan ist der zweite Mehrjahresplan im Rahmen der reformierten Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP), die im Januar 2014 in Kraft getreten ist. Laut GFP sollen Mehrjahrespläne zu einer nachhaltigen Befischung mit höchstmöglichem Dauerertrag beitragen und beispielsweise die Umsetzung der Anlandeverpflichtung regeln. Der Managementplan für die Nordsee baut politisch auch auf der Einigung auf, die Europäisches Parlament und Rat in diesem Jahr zur Bewirtschaftung der wichtigsten Ostseebestände erzielt haben.

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