Ulrike Rodust

Für Schleswig-Holstein in Europa

7. November 2016

Fischerei
Illegale Fischerei beenden

Europaabgeordnete informieren sich in Thailand über Fortschritte
Im internationalen Kampf gegen die illegale Fischerei (IUU) muss die Europäische Union mit Thailand im konstruktiven Dialog bleiben. Das betonte die SPD-Europaabgeordnete Ulrike Rodust zum Ende einer Delegationsreise des EP-Fischereiausschuss nach Thailand. Die SPD-Fischereiexpertin hatte sich in der vergangenen Woche in Bangkok über die Anstrengungen des Landes informiert, den internationalen Bestimmungen in diesem Bereich zu entsprechen.
Thailand war im April 2015 von der EU offiziell verwarnt worden, da es sich nicht ausreichend an den Maßnahmen gegen illegale Fischerei beteiligte. „Mit dieser „Gelben Karte“ begann ein förmliches Dialogverfahren zwischen Thailand und der EU, durch das Thailand unterstützt werden soll, die erforderlichen Maßnahmen zur Abhilfe zu schaffen“, erläutert Rodust. Falls keine positiven Entwicklungen oder Anstrengungen festzustellen wären, könnte die EU als nächste Stufe dann ein vollständiges Importverbot für thailändische Fischereiprodukte in den EU-Markt verhängen.

„Thailand als Handelsnation, dessen wichtigster Exportmarkt die EU ist, würde das hart treffen. Deshalb ist nun ein neues, modernes Fischereigesetz erlassen worden und auch die IUU-Bestimmungen entsprechen europäischen Standards. Sich ein Bild davon zu machen, wie diese Vorschriften umgesetzt und wie effektiv sie kontrolliert werden, war nun der Grund für unsere Reise“, so Rodust.

Auf dem Programm standen deshalb neben der Besichtigung von Kontroll- und Monitoring-Einrichtungen und dem Austausch mit Vertretern aus den Ministerien auch Treffen mit verschiedenen lokalen Nicht-Regierungsorganisationen sowie mit privatwirtschaftlichen Akteuren im thailändischen Fischereisektor.

„Die erheblichen Anstrengungen Thailands, die internationalen Anforderungen im Kampf gegen illegale Fischerei zu erfüllen, sind enorm“, zeigt sich Rodust beindruckt. Gleichzeitig müsse aber noch mehr getan werden, um Menschenhandel und Sklaverei im Fischereisektor und die Ausbeutung in fischverarbeitenden Betrieben zu unterbinden. „Mit entsprechenden Auflagen und einem Fahrplan, bis wann die ILO-Arbeitsnormen umgesetzt sein müssen, kann Thailand nach meiner Meinung die Voraussetzungen für eine grüne Karte erfüllen. Voraussetzung wäre allerdings, dass sich das Land verpflichtet, Kontrollen so oft vorzunehmen, dass illegale Fischerei nicht möglich ist und dass die kleine und handwerkliche Fischerei ordentlich unterstützt wird“, so Rodust abschließend.

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