Ulrike Rodust

Für Schleswig-Holstein in Europa

1. Juli 2016

Fischerei/Schleswig-Holstein
Schleswig-Holsteinischer Fischereitag 2016

Ulrike Rodust, Foto: S. Perrine
Ulrike Rodust, Foto: S. Perrine

Diskussion im Zeichen der Dorschkrise

Die kritische Nachwuchsentwicklung des westlichen Dorschs und die daraus resultierende wissenschaftliche Empfehlung, die Fangquote um mehr als 85 Prozent zu reduzieren, waren die zentralen Themen des Landesfischereitages am Freitag in Rendsburg. „Die Lage ist dramatisch für die Ostseefischerei. Ich weiß es geht hier für viele Betriebe um die Existenz.“ Vor dem Problem der schlechten Bestandsentwicklung des Dorsches die Augen zu verschließen und wie bisher weiterzumachen, sei aber keine Option, betonte Ulrike Rodust.

In ihrem Grußwort rief die Europaabgeordnete dazu auf, gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen. Für den kommenden Montag hat sie deshalb Entscheider aus dem Land, dem Bund, der EU, der Forschung und der Fischerei nach Lübeck eingeladen, um an einem Runden Tisch mögliche Maßnahmen zu diskutieren. Neben der Option, vermehrt auf die Scholle zu gehen, oder auf die Nordsee auszuweichen, wies Rodust auf die Möglichkeit zur vorübergehenden finanziellen Unterstützung durch EU-Gelder hin, die der gerade verabschiedete Ostsee-Managementplan bietet. Es sei beispielsweise zu prüfen, ob es so älteren Fischern ermöglicht werden könne, früher in den Ruhestand zu gehen: „Gerade weil ich daran glaube, dass die Fischerei in Schleswig-Holstein eine Zukunft hat, ist es mir wichtig, dafür zu sorgen, dass besonders die jüngeren Fischer eine Perspektive behalten“.
Zur Bestandserholung des Dorschs hält Rodust auch einen Beitrag der Freizeitfischerei für unausweichlich, beispielsweise in Form einer freiwilligen Selbstverpflichtung: „Es darf nicht sein, dass zum berechtigten Schutz der Dorsche der Berufsfischerei alles abverlangt wird und die Freizeitfischerei dann das bis zu 7,3-fache unquotiert dem Meer entnehmen darf. Ich bin mir sehr bewusst, dass die Regionen an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste wirtschaftlich sehr von den Hochseeangelfahrten abhängig sind und dies ein wichtiger Faktor für den Tourismus ist. Deshalb habe ich mich auch gegen pauschale Angelverbote in den auszuweisenden Naturschutzgebieten ausgesprochen.“ Jetzt sei ein Entgegenkommen der Freizeitfischerei nötig, beispielsweise durch eine Tagesfangbegrenzung von 5 Fischen pro Person und ein Aussetzen während der Laichzeiten des Dorschs.

 

 

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