Ulrike Rodust

Für Schleswig-Holstein in Europa

15. Juni 2017

Allgemein
Ende der Roaminggebühren

Seit Donnerstag entfallen für Reisende in der Europäischen Union die Roaminggebühren. Wer auf Reisen innerhalb der EU mit seinem Mobiltelefon SMS schreibt, Datendienste nutzt oder telefoniert, zahlt dafür nicht mehr als zu Hause. Bisher mussten EU-Bürger oft drastische Aufschläge in Kauf nehmen, wenn sie im Urlaub oder auf Geschäftsreise telefonieren oder surfen wollten.

Durchschnittlich 144 Euro im Jahr spart man als deutscher Verbraucher dank der neuen Regel nun im Jahr, so schätzt die Europäische Kommission. Dank des neuen Roaming zu Inlandspreisen ist von nun an die Mobilkommunikation aus einem anderen EU-Land durch den Vertrag abgedeckt, der im Inland abgeschlossen wurde: Die Minuten, SMS und Gigabytes an Daten, die im EU-Ausland verbraucht werden, werden nach dem nationalen Tarif berechnet oder von dem nationalen Guthaben abgezogen. So wie im Heimatland. Auch internationale Anrufe auf Reisen fallen unter die neue Verordnung. Reisende, die beispielsweise in Frankreich Urlaub machen und dortige Freunde oder ihr Hotel anrufen, tun dies also ebenfalls ohne zusätzliche Kosten.

Die neuen Roamingregeln erstrecken sich auf alle 28 Länder der EU. In den Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (Island, Liechtenstein, Norwegen) wird Roaming zu Inlandspreisen ebenfalls in nächster Zeit eingeführt. Die Neuregelung gilt für alle Bürger in der EU dann, wenn die Nutzer mehr Zeit zu Hause verbringen als im Ausland oder ihr Handy mehr zu Hause nutzen, als im Ausland.
Um ein Ende der Roaminggebühren zu erreichen, war viel Ausdauer nötig. Das Europaparlament hat sich als engagierter und hartnäckiger Verhandler beweisen müssen. Die telekommunikationspolitische Sprecherin der SPD im Europäischen Parlament, meine Kollegin Constanze Krehl, freut sich über den riesigen Erfolg für die europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher. Sie rät dennoch dazu, vor Auslandsaufenthalten den eigenen Vertrag zu prüfen: „Sicher ist sicher: Wer verreist, sollte seinen Tarif noch einmal genau unter die Lupe nehmen. Beispielsweise bei der Nutzung von Daten-Flatrates kann es im Ausland trotz allem Einschränkungen geben. Hier können sich Verbraucherinnen und Verbraucher aber gegebenenfalls für einen Anbieterwechsel entscheiden“.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.