Ulrike Rodust

Für Schleswig-Holstein in Europa

9. Oktober 2017

Europäisches Parlament/Fischerei/Pressemitteilung
Fangverbot für die Ostsee wird den Aal nicht retten

EU-Minis­ter für Land­wirt­schaft und Fische­rei ent­schei­den über Fisch­fang­quo­ten

Bei ihrem Tref­fen am Mon­tag und Diens­tag in Luxem­burg wol­len die Land­wirt­schafts- und Fische­rei­mi­nis­ter nicht nur ent­schei­den, wie­viel Hering, Dorsch, Schol­le, Lachs und Sprot­te im kom­men­den Jahr in der Ost­see gefischt wer­den dür­fen. Die EU-Kom­mis­si­on hat­te im Som­mer zudem vor­ge­schla­gen, auch den Aal in die Quo­ten­ver­ord­nung für die Ost­see auf­zu­neh­men und ab 2018 die Aal­fi­sche­rei in der gesam­ten Ost­see zu ver­bie­ten.„Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­ter Chris­ti­an Schmidt und sei­ne Kol­le­gen müs­sen prü­fen, ob sie an der rich­ti­gen Stel­le genug tun, um den Aal zu ret­ten“, so die SPD-Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te Ulri­ke Rodust. „Sich auf ein Fang­ver­bot zu beschrän­ken greift zu kurz und bestraft die­je­ni­gen Fischer und Ang­ler, die sich in gro­ßer Zahl auch ehren­amt­lich am Aal­be­satz, also am hilf­rei­chen Aus­set­zen von jun­gen Aalen, betei­li­gen.“

„War­um die EU-Regie­run­gen laut den Kom­mis­si­ons­plä­nen jetzt vom bis­he­ri­gen Ansatz der Manage­ment-Plä­ne abwei­chen sol­len, erschließt sich nicht“, sagt Ulri­ke Rodust. „Eine abschlie­ßen­de Beur­tei­lung die­ser Plä­ne wäre erst mög­lich, wenn die ent­spre­chen­den Daten vor­lie­gen. Sprich, wenn der übli­che Zyklus zwi­schen Besatz und Rück­kehr der Aale in die Sargas­so­see im Atlan­tik abge­schlos­sen und aus­ge­wer­tet wor­den ist. Das ist noch nicht der Fall.“

„Der Aal kann über ein Ost­see­fang­ver­bot als Ein­zel­maß­nah­me nicht geret­tet wer­den“, so Ulri­ke Rodust. „Schließ­lich ist der Fisch bei sei­ner Wan­de­rung bei­spiels­wei­se durch Stau­weh­re und Kraft­wer­ke erheb­lich bedroht. Was die Durch­läs­sig­keit der Bin­nen­ge­wäs­ser angeht, hin­ken die Natio­nal­staa­ten lei­der immer noch hin­ter­her – und haben die Was­ser­rah­men­richt­li­nie und die Aal­ver­ord­nung, die hier hel­fen wür­den, bis­her nicht kon­se­quent umge­setzt. Drin­gend in Angriff neh­men müss­ten die Mit­glied­staa­ten außer­dem den immer noch aus­ste­hen­den Euro­päi­schen Kor­moran­ma­nage­ment-Plan. Seit Jah­ren wei­sen Ang­ler und Fischer auf die Dring­lich­keit einer euro­päi­schen Lösung bei die­sem The­ma hin. Seit 2009 habe ich die­ses Anlie­gen wie­der und wie­der an die zustän­di­gen Minis­ter her­an­ge­tra­gen.
Einen sol­chen Manage­ment­plan müss­ten die Mit­glied­staa­ten ansto­ßen. Doch– das ist mein Ein­druck – sie wol­len sich hier die Fin­ger nicht schmut­zig machen.“

Auch an ande­rer Stel­le erwar­tet Ulri­ke Rodust kla­re Ent­schei­dun­gen der Fische­rei­mi­nis­ter: „Für die bei­den wich­tigs­ten Bestän­de der deut­schen Ost­see­fi­sche­rei hat die EU-Kom­mis­si­on Fang­men­gen vor­ge­schla­gen, die unter den Emp­feh­lun­gen des Inter­na­tio­na­len Rates für Mee­res­for­schung lie­gen“, erklärt Ulri­ke Rodust. Für den west­li­chen Hering wür­de das eine Kür­zung von 54 Pro­zent bedeu­ten, für den west­li­chen Dorsch, sol­len nach dem Wil­len der EU-Kom­mis­si­on die aktu­el­len Fang­be­schrän­kun­gen fort­be­stehen.

„Im lau­fen­den Jahr haben wir sowohl der Berufs- als auch der Frei­zeit­fi­sche­rei in der west­li­chen Ost­see sehr viel zuge­mu­tet. Das dras­ti­sche Sen­ken der Dorsch­quo­te um 56 Pro­zent und die erst­ma­li­ge Ein­be­zie­hung der Ang­ler, waren zur Wie­der­auf­fül­lung des Bestan­des lei­der not­wen­dig“, so Ulri­ke Rodust. „Wenn es die Wis­sen­schaft jetzt jedoch auf­grund eines stär­ke­ren Nach­wuchs­jahr­gangs für ver­ant­wort­bar hält, müs­sen die Minis­ter auch die Fang­be­schrän­kun­gen wie­der ent­spre­chend lockern. Berufs­fi­scher und Ang­ler soll­ten von der ten­den­zi­ell posi­ti­ven Ent­wick­lung des Bestan­des pro­fi­tie­ren.“

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