Ulrike Rodust

Für Schleswig-Holstein in Europa

30. März 2017

Fischerei/Pressemitteilung
Fischbestände im Mittelmeer retten

„medfish4ever“-Erklärung muss Start­schuss für gemein­sa­mes Han­deln sein

Umwelt­ver­schmut­zung, Kli­ma­wan­del, Über­fi­schung: Die Situa­ti­on der Fisch­be­stän­de im Mit­tel­meer ist dra­ma­tisch. Über 93 Pro­zent aller Fisch­be­stän­de sind über­fischt, See­hecht und Schwert­fisch ste­hen kurz vor dem Zusam­men­bruch. Um die Situa­ti­on zu ver­bes­sern, haben alle Mit­tel­meer­an­rai­ner­staa­ten am Don­ners­tag, 30. März, auf Drän­gen der EU eine poli­ti­sche Erklä­rung zum Schutz der Fisch­be­stän­de unter­zeich­net. „Wir befin­den uns an einem Punkt, wo ein Wei­ter-So uns in ein öko­lo­gi­sches, und damit auch in ein sozio-öko­no­mi­sches Desas­ter füh­ren wür­de. Die Zer­stö­rung der Bestän­de zer­stört zwangs­läu­fig auch die Exis­tenz­grund­la­ge der Gemein­den, die von der hand­werk­li­chen Fische­rei leben. Das dür­fen wir nicht län­ger zulas­sen“, sagt Ulri­ke Rodust, fische­rei­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD-Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ten. „Die „medfish4ever“-Erklärung muss des­halb der Start­schuss für eine breit­an­ge­leg­te Mit­tel­meer-Initia­ti­ve sein. EU- und Nicht-EU-Anrai­ner­staa­ten müs­sen prä­zi­se und schnel­le Maß­nah­men ein­lei­ten, um das sen­si­ble Öko­sys­tem zu ret­ten.“
Die Situa­ti­on des Öko­sys­tems Mit­tel­meer ist kom­plex: Oft feh­len belast­ba­re wis­sen­schaft­li­che Daten für ein­zel­ne Bestän­de und ent­spre­chen­de Kon­troll­me­cha­nis­men. 50 Pro­zent der Fän­ge wer­den nicht vor­schrifts­ge­mäß erfasst. Dazu kom­men die beson­de­ren geo­gra­phi­schen Bedin­gun­gen, die die Koope­ra­ti­on mit Nicht-EU-Anrai­ner­staa­ten not­wen­dig macht. „Durch die Geschlos­sen­heit des Mee­res­be­ckens ist das Mit­tel­meer beson­ders betrof­fen von Umwelt­ver­schmut­zung“, erklärt Ulri­ke Rodust.
„Zum Glück ist noch nichts ver­lo­ren. Die Fisch­be­stän­de kön­nen sich erho­len — wenn ent­spre­chen­de Maß­nah­men ergrif­fen wer­den“, so die Fische­rei­ex­per­tin. Dazu gehör­ten die Ver­bes­se­rung der wis­sen­schaft­li­chen Daten­la­ge, der Schutz gefähr­de­ter Gebie­te, effek­ti­ve Bewirt­schaf­tungs­plä­ne und der Kampf gegen die immer noch weit ver­brei­te­te ille­ga­le Fische­rei. „Wenn wir noch etwas ret­ten wol­len, dür­fen wir kei­ne Zeit ver­lie­ren.“

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