Ulrike Rodust

Für Schleswig-Holstein in Europa

30. August 2017

Fischerei
FISH-NEWS

Aktu­el­les aus dem Aus­schuss

In der letz­ten Sit­zung vor der Som­mer­pau­se hat der Fische­rei­aus­schuss unter ande­rem den Nord­see­plan abge­stimmt. Weil es für ein Man­dat für die Ver­hand­lun­gen mit dem Rat kei­ne Mehr­heit gab, wird der Bericht Mit­te Sep­tem­ber dem Ple­num des Euro­päi­schen Par­la­ments vor­ge­legt. In einer wei­te­ren Abstim­mung bestä­tig­te der Aus­schuss das Ver­hand­lungs­er­geb­nis zu den neu­en Bestim­mun­gen für die exter­ne Flot­te der EU, die nun nach der Ple­narab­stim­mung in Kraft tre­ten kön­nen. Des­wei­te­ren dis­ku­tier­te der Aus­schuss die Prio­ri­tä­ten der est­ni­schen Rats­prä­si­dent­schaft mit dem zustän­di­gen Minis­ter, Siim Kiis­ler. Außer­dem waren Ver­tre­ter der Bei­rä­te gela­den, um über ihre Erfah­rung mit der Rol­le der Bei­rä­te in der neu­en, regio­na­li­sier­ten GFP zu dis­ku­tie­ren.

Ergeb­nis­pro­to­koll

PECH-Aus­schuss­sit­zung vom 12.07.2017 

Tages­ord­nung und Doku­men­te

Video­auf­zeich­nung der Sit­zung

 

TOP 7: Aus­tausch mit dem est­ni­schen Umwelt­mi­nis­ter Siim Val­mar Kiis­ler

Der est­ni­sche Umwelt­mi­nis­ter Siim KIISLER lob­te ein­gangs die raschen Arbei­ten des Euro­päi­schen Par­la­ments am Nord­see­plan und unter­strich, dass der Rat bereits unter der mal­te­si­schen Prä­si­dent­schaft eine gemein­sa­me Posi­ti­on ange­nom­men habe und bereit für die Ver­hand­lun­gen sei. KIISLER zeig­te sich zuver­sicht­lich, dass die Ver­ord­nung bis Anfang 2018 in Kraft tre­ten kön­ne.

Für die Zeit der esti­schen Rats­prä­si­dent­schaft habe man sich vor­ge­nom­men, auch den Mehr­jah­res­plan für die Adria vor­an­zu­brin­gen. Beson­ders den Mehr­jah­res­plan für den Ost­see­lachs wol­le man auch mög­lichst weit vor­an­brin­gen.

Bei den tech­ni­schen Maß­nah­men habe man das Ziel, das aktu­el­le Sys­tem zu ver­ein­fa­chen und zu fle­xi­bi­li­sie­ren. Da das Dos­sier jedoch so kom­plex sei, wol­le man für die Ver­hand­lun­gen aus­rei­chend Zeit ein­pla­nen.

Par­al­lel arbei­te der Rat bereits inten­siv an den Quo­ten für kom­men­des Jahr.

All­ge­mein gel­te es die Erfol­ge im inter­na­tio­na­len Kampf gegen die ille­ga­le (IUU) Fische­rei fort­zu­set­zen und die Rol­le der EU als Zug­pferd in der inter­na­tio­na­len Mee­res­po­li­tik zu stär­ken.

In die­sem Zusam­men­hang lob­te KIISLER auch die Bemü­hun­gen der mal­te­si­schen Rats­prä­si­dent­schaft und auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne (UN-Kon­fe­renz, anste­hen­de Our Oce­ans Kon­fe­renz in Mal­ta etc.).

Stell­ver­tre­tend für Nils TORVALDS (ALDE, FI) wur­de KIISLER gefragt, wie die Trans­pa­renz bei der Quo­ten­fest­set­zung — spe­zi­ell mit Rück­be­zug auf die Quo­ten für den west­li­chen Ost­see­dorsch für 2017 — erhöht wer­den kön­ne.

KIISLER beteu­er­te, dass die fest­ge­setz­ten Quo­ten inner­halb der FMSY-Wer­te­be­rei­che des Ost­see­plans gele­gen hät­ten und trans­pa­rent ein­seh­bar sei­en.

Ulri­ke RODUST (S&D, DE) erkun­dig­te sich, ob man bei der andau­ernd schlech­ten Bestands­si­tua­ti­on für Dorsch und Hering in der Ost­see erneut EMFF-Mit­tel für Fischer bereit stel­len wol­le.

KIISLER hielt dies für einen guten Ansatz, um trotz der Umset­zung der öko­lo­gi­schen Zie­le der GFP das Über­le­ben der Fische­rei­be­trie­be in schwie­ri­gen Jah­ren zu sichern.

Auf das Marok­ko­pro­to­koll ange­spro­chen sag­te KIISLER, der Rat sehe noch ein Pro­blem mit der Umset­zung der Anlan­de­ver­pflich­tung, da es vor Ort an Kapa­zi­tä­ten feh­le. Mit den Sicher­heits­me­cha­nis­men für die Ein­hal­tung von Men­schen­rech­ten sowie mit den Sek­tor­in­ves­ti­tio­nen, die Marok­ko in West­sa­ha­ra täti­ge sei man jedoch sehr zufrie­den.

 

TOP 9: Anhö­rung: „Die Rol­le der Bei­rä­te in der neu­en, regio­na­li­sier­ten GFP

Ein­lei­tend erläu­ter­te Vero­ni­ka VEITS (GD MARE, Euro­päi­sche Kom­mis­si­on) die Rol­le der Bei­rä­te in der neu­en GFP und unter­strich deren zen­tra­le Bedeu­tung.

Zum einen sei die Exper­ti­se der Akteu­re sehr wich­tig. Zum ande­ren geben Ent­schei­dun­gen der Bei­rä­te ein gutes Abbild der unter­schied­li­chen Posi­tio­nen in der Zivil­ge­sell­schaft und erleich­ter­ten so auch die poli­ti­sche Ent­schei­dungs­fin­dung.

Anstel­le der frü­he­ren sie­ben regio­na­len Bei­rä­te gebe es nun elf the­ma­ti­sche. Die­se funk­tio­nier­ten unter­schied­lich gut, wobei eini­ge sich sehr pro-aktiv in die Fische­rei­po­li­tik ein­brin­gen.

Auch Giam­pao­lo BUONFIGLIO (Prä­si­dent des Mit­tel­meer-Bei­ra­tes, MED-AC) lob­te, dass sich durch die neue GFP die regio­na­le Zusam­men­ar­beit der Mit­glied­staa­ten ver­bes­sert habe und die Bei­rä­te als zen­tra­le Akteu­re wahr­ge­nom­men wür­den.

Er kri­ti­sier­te, dass die Kom­mis­si­on sich den Vor­schlä­gen der Bei­rä­te gegen­über nicht immer offen zei­ge. Eine Ansicht, die auch Oli­vi­er LEPRÊTRE (CNPMEM) teil­te. Zudem sag­te er, dass die Bei­rä­te sich sehr stark am legis­la­ti­ven Kalen­der ori­en­tie­ren müss­ten und wenig Raum für Eigen­in­itia­ti­ve blie­be.

Er lob­te jedoch den ver­bes­ser­ten Aus­tausch zwi­schen Akteu­ren und mit den Mit­glied­staa­ten sowie den erhöh­ten Ein­fluss der Akteu­re auf Bewirt­schaf­tungs­re­geln.

Björn STOCKHAUSEN (Seas-at-Risk) prä­sen­tier­te die Per­spek­ti­ve der NRO und kri­ti­sier­te, dass die stär­ke­re Gewich­tung (60:40) von Indus­trie­ver­tre­tern dazu füh­re, dass der Vor­sitz von Bei­rä­ten und Arbeits­grup­pen immer an die Mehr­heit fie­le. Obwohl dies meist nicht zu Pro­ble­men füh­re, wür­de in man­chen Fäl­len wür­de die NRO-Sei­te so mar­gi­na­li­siert. Ein wech­seln­der Vor­sitz oder eine regel­mä­ßi­ge Neu­wahl des Vor­sit­zen­den könn­te sol­chen Mach­miss­brauch vor­beu­gen und die Ein­hal­tun­gen der Bestim­mun­gen der GFP zu Bei­rä­ten gewähr­leis­ten.

Alle Red­ner wünsch­ten sich eine frü­he­re Ein­bin­dung der Bei­rä­te durch die Kom­mis­si­on bezie­hungs­wei­se die regio­na­len Mit­glied­staa­ten in den Ent­schei­dungs­pro­zess. Oft­mals blie­be den Bei­rä­ten nur unzu­rei­chend Zeit, um die Vor­schlä­ge im Detail zu dis­ku­tie­ren und Mit­glied­staa­ten oder Kom­mis­si­on detail­lier­te Exper­ti­se und Posi­tio­nen zu bie­ten.

Nächs­te Sit­zung: 30.08.2017 um 9 Uhr

 

 

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