Ulrike Rodust

Für Schleswig-Holstein in Europa

10. Oktober 2017

Europäisches Parlament/Fischerei/Pressemitteilung
Gesamteuropäische Lösung für den Aal notwendig

Fische­rei­mi­nis­ter müs­sen bei den Manage­ment­plä­nen drin­gend ihre Haus­auf­ga­ben machen

Die Fische­rei­mi­nis­ter der Euro­päi­schen Uni­on haben sich am Diens­tag­mor­gen auf die Ost­see­fang­quo­ten für 2018 geei­nigt. In den rund 20-stün­di­gen Ver­hand­lun­gen in Luxem­burg ver­stän­dig­ten sich die Minis­ter unter ande­rem dar­auf, die erlaub­te Fang­men­ge für Hering in der west­li­chen Ost­see um 39 Pro­zent zu sen­ken.

Die Fang­quo­ten für den für die Fischer in Schles­wig-Hol­stein wich­ti­gen west­li­chen Dorsch­be­stand blei­ben unver­än­dert. Hier war im ver­gan­ge­nen Jahr die Gesamt­fang­men­ge um 56 Pro­zent gekürzt wor­den, nach­dem der fast voll­stän­di­ge Aus­fall eines Nach­wuchs­jahr­gan­ges den Bestand in eine kri­ti­sche Lage gebracht hat­te. „Es erschließt sich mir nicht, war­um man einer­seits beim west­li­chen Hering der­art weit hin­ter den wis­sen­schaft­li­chen Emp­feh­lun­gen zurück­ge­blie­ben ist und ande­rer­seits die wis­sen­schaft­lich mög­li­che Erhö­hung um 8 Pro­zent beim west­li­chen Dorsch nicht aus­schöpft. Die Minis­ter hät­ten dafür sor­gen sol­len, dass die leich­te Bestands­er­ho­lung beim west­li­chen Dorsch sowohl den Berufs­fi­schern als auch den Ang­lern zugu­te­kommt!“

Zu dem von der EU-Kom­mis­si­on gefor­der­ten Aal­fang­ver­bot für die Ost­see konn­ten die Fische­rei­mi­nis­ter kei­ne Eini­gung erzie­len. Hier­zu soll nun beim Tref­fen des Fische­rei­rats im Dezem­ber, bei dem die Fang­quo­ten für die Nord­see und den Atlan­tik für das kom­men­de Jahr ent­schie­den wer­den, nach einer gesamt­eu­ro­päi­schen Lösung gesucht wer­den.

„Auf­grund der schlech­ten Bestands­si­tua­ti­on des Aals ist euro­pa­weit ent­schlos­se­nes Han­deln nötig. Eine Ein­zel­maß­nah­me wie das vor­ge­schla­ge­ne Fang­ver­bot in der Ost­see hät­te den Aal nicht geret­tet. Zudem wür­de es ein­sei­tig aus­ge­rech­net die­je­ni­gen Fischer und Ang­ler bestra­fen, die sich in gro­ßer Zahl auch ehren­amt­lich am Aal­be­satz, also am Aus­set­zen von jun­gen Aalen, betei­li­gen“, ist sich Ulri­ke Rodust sicher. „Ich for­de­re die Fische­rei­mi­nis­ter drin­gend auf, die Aal­ver­ord­nung und ihre Umset­zung noch ein­mal genau­er zu betrach­ten. Das Feh­len von euro­pa­weit ver­gleich­ba­ren Daten darf nicht län­ger ach­sel­zu­ckend hin­ge­nom­men wer­den. Auch bei der Durch­läs­sig­keit der Flüs­se und bei Was­ser­kraft­an­la­gen besteht in den Mit­glieds­staa­ten noch eine Men­ge Nach­hol­be­darf. Den Euro­päi­schen Aal erhal­ten kön­nen wir nur, wenn wir das rie­si­ge Bestands­ge­biet kom­plett betrach­ten und den Aal in sämt­li­chen Lebens­sta­di­en schüt­zen. Dazu ist es auch nötig, den immer noch aus­ste­hen­den Euro­päi­schen Kor­moran­ma­nage­ment-Plan end­lich auf die Tages­ord­nung zu set­zen.“

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