Ulrike Rodust

Für Schleswig-Holstein in Europa

12. Juli 2017

Fischerei
Klarheit vor den Brexit-Verhandlungen

Fischereiausschuss legt Mehrjahresplan zur Bewirtschaftung der Nordseebestände vor

Der Fischereiausschuss des Europäischen Parlaments hat sich am Mittwoch dafür ausgesprochen, die Fischerei in der Nordsee mit einem neuen Managementplan zu regeln. Nach dem vor einem Jahr verabschiedeten Ostseemanagementplan ist der Nordseeplan der zweite Mehrjahresplan nach den Regeln der reformierten Fischereipolitik. Er erstreckt sich auf alle Grundfischarten und wird damit 70 Prozent der Nordseefänge regeln. Damit umfasst der Managementplan mehrere Tausend Fischereifahrzeuge aus derzeit sieben EU-Nordseeanrainerstaaten. Nach dem Willen des EP-Fischereiausschusses sollen in den Managementplan auch klare Vorgaben für das Verhältnis zu Drittländern, wie Norwegen und bald auch Großbritannien, aufgenommen werden. Damit wollen die Abgeordneten sicherstellen, dass auch zukünftig gemeinsam bewirtschaftete Bestände nicht über die im Nordseeplan beschlossenen Höchstmengen hinaus befischt werden dürfen.

„Der Plan umfasst Fischgründe, die Teil der Verhandlungsmasse bei den Austrittsverhandlungen mit Großbritannien werden dürften“, erläutert die SPD-Europaabgeordnete Ulrike Rodust, die als Berichterstatterin auf Seiten des Europäischen Parlaments für den Nordseeplan verantwortlich ist. Der Fischereipolitikerin ist es deshalb wichtig, mit dem Mehrjahresplan eine stabile Grundlage für die Verhandlungen zu schaffen: „Es gilt, die Ziele und Erfolge der Fischereireform zu verteidigen – auch über den Brexit hinaus. Dafür brauchen wir eine entsprechend klare Verhandlungsgrundlage“, so Rodust.

Die neuen Regeln sehen einen auf wissenschaftlicher Grundlage vorgegebenen Wertebereich mit Mindest- und Höchstgrenzen vor. „Nur innerhalb dieser Marge soll der Rat die jeweiligen Fang-Quoten festlegen dürfen. Dabei muss er die besten zur Verfügung stehenden Gutachten nutzen“, erklärt Rodust. Ziel sei es, durch nachhaltige Entscheidungen und bessere Planungssicherheit für die Fischer, die Fischerei in der Nordsee dauerhaft zu erhalten.

Der Mehrarten-Ansatz des Managementplans trägt der hohen Komplexität der Nordseefischerei Rechnung, die von gemischten Fischereien geprägt ist. Nach dem Willen der Abgeordneten soll der Nordseeplan bereits drei Jahre nach dem ersten Inkrafttreten evaluiert werden, anschließend alle fünf Jahre. Die Plenar-Abstimmung zum Nordseeplan findet im September statt, anschließend starten die Verhandlungen mit Rat und Kommission.

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