Ulrike Rodust

Für Schleswig-Holstein in Europa

16. Januar 2018

Europäisches Parlament/Fischerei/Pressemitteilung
Europäisches Parlament spricht sich gegen Elektrofischerei aus

Das Euro­päi­sche Par­la­ment hat am Diens­tag, 16. Janu­ar 2018, fest­ge­legt, mit wel­chen Fang­me­tho­den, in wel­chen Gebie­ten und Zeit­räu­men künf­tig in der Euro­päi­schen Uni­on gefischt wer­den soll. Zur Abstim­mung stan­den eben­falls Rege­lun­gen zur Beschrän­kun­gen und zum Ver­bot bestimm­ter Fang­ge­rä­te. „Der Fisch­fang mit­tels elek­tri­scher Impul­se ist beson­ders umstrit­ten. Seit mehr als elf Jah­ren gibt es Aus­nah­men vom Ver­bot der Elek­tro­fi­sche­rei. Jetzt hat das Par­la­ment dafür gestimmt, dass auch die­se Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen zu For­schungs­zwe­cken beschränkt auf die süd­li­che Nord­see ent­fal­len“, erläu­tert Ulri­ke Rodust, SPD-Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te aus dem Fische­rei-Aus­schuss des Euro­päi­schen Par­la­ments.

Haupt­säch­lich nie­der­län­di­sche Fischer nut­zen der­zeit soge­nann­te Puls­kur­ren, bei denen Platt­fi­sche mit­tels elek­tri­scher Impul­se in das Netz getrie­ben wer­den. Rodust: „Die Fische­rei mit elek­tri­schen Puls­kur­ren hat gegen­über der klas­si­schen Baum­kur­ren­fi­sche­rei mit Scheuch­ket­ten Vor­tei­le, beson­ders was die nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf den Mee­res­bo­den angeht. Doch auch die Puls­fi­sche­rei ist nicht unpro­ble­ma­tisch.“

Bei der Dis­kus­si­on über den wei­te­ren Ein­satz von elek­tri­schen Puls­kur­ren ging es nicht nur um die öko­lo­gi­schen Fol­gen, son­dern wohl min­des­tens in eben­sol­chem Maße um die sozio-öko­no­mi­schen Fol­gen, so Rodust: „Es scheint durch­aus nach­voll­zieh­ba­re Kon­flik­te zwi­schen den Fischern zu geben, die bereits Puls­fi­sche­rei betrei­ben und denen, die dar­auf ver­zich­ten und in der wirt­schaft­li­chen Kon­kur­renz schlech­ter da ste­hen, da sie höhe­re Treib­stoff­kos­ten und gerin­ge­re Fän­ge haben. Bei der Bewer­tung der Puls­fi­sche­rei ist wich­tig, die öko­lo­gi­schen und die sozio-öko­no­mi­schen Risi­ken zu berück­sich­ti­gen. Aller­dings hät­te ich mir gewünscht, dass es wei­ter erlaubt blie­be, mög­li­che öko­lo­gi­sche Vor­tei­le zu erfor­schen! So hat bei­spiels­wei­se das Thü­nen-Insti­tut für Ost­see­fi­sche­rei den mög­li­chen Nut­zen einer Puls-Baum­kur­re in der Krab­ben­fi­sche­rei unter­sucht und dabei fest­ge­stellt, dass sowohl Bei­fang­men­gen als auch Mee­res­bo­den­be­ein­flus­sung redu­ziert wer­den konn­ten.“

Dass die Zuspit­zung der Dis­kus­si­on auf die Puls­fi­sche­rei weit­aus wich­ti­ge­re Punk­te der umfang­rei­chen Ver­ord­nung über­schat­tet hat, bedau­ert Rodust: „Ich habe gegen den Bericht gestimmt, da er kei­ne kla­ren Zie­le ent­hält, die durch tech­ni­sche Maß­nah­men zu errei­chen sind. So gibt es bei­spiels­wei­se kei­ne fes­ten Vor­ga­ben mehr für die Redu­zie­rung der Bei­fän­ge von Jung­fi­schen, die zum Bestand­schutz drin­gend nötig wären.“

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