Ulrike Rodust

Für Schleswig-Holstein in Europa

Fair statt entfesselt

Aktueller Stand zu CETA

Die Dis­kus­si­on um das euro­pä­isch-kana­di­sche Han­dels­ab­kom­men CETA hat vie­le Men­schen in Deutsch­land ver­un­si­chert.

In den letz­ten Wochen haben mich meh­re­re hun­dert Post­kar­ten von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern aus Schles­wig-Hol­stein erreicht, auf denen mir abwech­selnd eine von vier vor­for­mu­lier­ten Fra­gen zum geplan­ten Han­dels­ab­kom­men zwi­schen der EU und Kana­da gestellt wur­de.

Hier fin­den Sie mei­nen Ant­wort­brief an die Post­kar­ten­ab­sen­der als PDF-Datei, der mei­ne Sicht auf das Abkom­men dar­legt und die Posi­ti­on der deut­schen SPD-Grup­pe im Euro­päi­schen Par­la­ment zusam­men­fasst, die wir in vie­len sach­li­chen und kon­struk­tiv geführ­ten Dis­kus­sio­nen erar­bei­tet haben. Die Post­kar­ten erreich­ten mich vor­wie­gend im Sep­tem­ber, der vor­lie­gen­de Brief wur­de von mir zur jet­zi­gen Ver­öf­fent­li­chung auf der Home­page nur gering­fü­gig ver­än­dert und aktua­li­siert, um die erfolg­ten Nach­ver­hand­lun­gen und das wei­te­re Vor­ge­hen nach der Unter­zeich­nung im Rat zu berück­sich­ti­gen.

Ich möch­te mich damit auch der teil­wei­se geziel­ten Des­in­for­ma­ti­on und fal­schen Tat­sa­chen­be­haup­tung ent­ge­gen­stel­len, die im Zusam­men­hang mit CETA und ande­ren Han­dels­ab­kom­men ver­brei­tet wer­den.

Für wei­ter gehen­de Fra­gen oder Anmer­kun­gen ste­he ich natür­lich ger­ne zur Ver­fü­gung.

Ulri­ke Rodust

 

Zum Down­load:

Den voll­stän­di­gen CETA-Text in deut­scher Fas­sung fin­den Sie hier.

Den Beschluss des SPD-Par­tei­kon­vents „Glo­ba­ler Han­del braucht fort­schritt­li­che Regeln“ vom 19.09.2016 fin­den Sie hier.

Gemein­sa­mes Aus­le­gungs­in­stru­ment zu CETA

Gut­ach­ten zum Aus­le­gungs­in­stru­ment und Erklä­run­gen

Par­la­men­ta­ri­sche Akti­vi­tä­ten zu CETA

Sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Ein­fluss

Gegen­über­stel­lung SPD-Kon­vents­be­schluss und aktu­el­le CETA-Fas­sung (10.12.2016)

 

Zehn Forderungen an faire Handelsabkommen

Welt­han­del braucht Regeln. Ein Han­dels­ab­kom­men ergibt für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger nur Sinn, wenn wir damit die ent­fes­sel­te Glo­ba­li­sie­rung in sozia­le und gerech­te Bah­nen len­ken. Sie SPD-Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ten stel­len zehn For­de­run­gen an die Ver­han­deln­den:

  • Kei­ne pri­va­ten Schieds­stel­len (ISDS) zur Bei­le­gung von Inves­ti­ti­ons­strei­tig­kei­ten. Lei­der haben Akteu­re ver­sucht, die­sen Punkt zu rela­ti­vie­ren. Des­we­gen haben wir uns für eine Klar­stel­lung ein­ge­setzt, um den Aus­stieg unmiss­ver­ständ­lich zu beschrei­ben.
  • Weit­rei­chen­de Arbeit­neh­me­rIn­nen­rech­te: Regeln für die glo­ba­li­sier­te Wirt­schaft, damit Han­del fair, gerecht und nach­hal­tig von­stat­ten­geht. Dazu gehö­ren die acht Kern­ar­beits­nor­men der Inter­na­tio­na­len Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on (ILO), Regeln für ver­ant­wor­tungs­vol­les unter­neh­me­ri­sches Han­deln sowie die OECD-Richt­li­ni­en für mul­ti­na­tio­na­le Unter­neh­men.
  • Die kul­tu­rel­le und media­le Viel­falt der EU soll von Han­dels­ab­kom­men nicht berührt wer­den. Die Buch­preis­bin­dung soll dar­über hin­aus in ihrer jet­zi­gen Form bestehen blei­ben.
  • Öffent­li­che Daseins­vor­sor­ge: Dienst­leis­tun­gen im all­ge­mei­nen öffent­li­chen Inter­es­se und im all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen Inter­es­se, bspw. die Was­ser­ver­sor­gung und sozia­le Diens­te, wer­den aus­ge­nom­men.
  • Der Markt­zu­gang für Dienst­leis­tun­gen für aus­län­di­sche Anbie­ter soll nur nach einem „Positiv“­-Listenansatz gere­gelt: Nur Dienst­leis­tun­gen, die expli­zit genannt sind, wer­den für aus­län­di­sche Anbie­ter geöff­net.
  • Kei­ne Kom­pro­mis­se für Ver­brau­cher­stan­dards: Kei­ne Her­ab­set­zung unse­rer Stan­dards bei Lebens­mit­teln und der Umwelt. Dies gilt auch für gene­tisch ver­än­der­te Lebens­mit­tel und deren Kenn­zeich­nung. Kein geklon­tes, gen­tech­nisch ver­än­der­tes oder hor­mo­nell behan­del­tes Fleisch.
  • Die Koor­di­nie­rung von Stan­dards, die regu­la­to­ri­sche Koope­ra­ti­on, darf nie­mals die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz und Pro­zes­se demo­kra­ti­scher Wil­lens­bil­dung unter­lau­fen oder ver­lang­sa­men, das Recht der Par­la­men­te darf nicht ein­ge­schränkt wer­den.
  • Regeln zum Daten­schutz  müs­sen sich an der gel­ten­den euro­päi­schen Daten­schutz­recht­spre­chung ori­en­tie­ren. Dies gilt auch für eine zukünf­ti­ge Daten­schutz­grund­ver­ord­nung in der EU. Der Schutz per­sön­li­cher Daten muss in allen Tei­len des Abkom­mens gesi­chert, garan­tiert und respek­tiert wer­den.
  • Zukünf­tig muss es eine grö­ße­re Trans­pa­renz bei den Ver­hand­lun­gen zu Han­dels­ab­kom­men geben. Die Öffent­lich­keit muss bes­ser infor­miert wer­den.
  • Eine ver­bind­li­che Men­schen­rechts­klau­sel soll die Siche­rung der Grund­rech­te garan­tie­ren. Mas­sen­haf­te Spio­na­ge muss been­det wer­den.

Zum Down­load: Ent­schlie­ßung des Euro­päi­schen Par­la­ments vom 8. Juli 2015 mit den Emp­feh­lun­gen des Euro­päi­schen Par­la­ments an die Kom­mis­si­on zu den Ver­hand­lun­gen über die Trans­at­lan­ti­sche Han­dels- und Inves­ti­ti­ons­part­ner­schaft (TTIP) (2014/2228(INI)) — ange­nom­me­ner Text